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Interim Management: Warum Unternehmen gerade jetzt Klarheit auf Zeit brauchen

  • Autorenbild: Monika Juritsch
    Monika Juritsch
  • 4. März
  • 3 Min. Lesezeit

Die Arbeitswelt ist nicht nur schneller geworden; sie ist volatiler. Märkte verschieben sich in Zyklen, die früher Jahrzehnte dauerten und heute in Quartalen gemessen werden. Projekte gewinnen an Komplexität, Führung definiert sich neu. In dieser Gemengelage stößt ein klassisches Instrument der Personalplanung immer häufiger an seine Grenzen: die unbefristete Fixanstellung.


Nicht jede strategische Herausforderung lässt sich mit einer langfristigen Besetzung lösen. Genau hier setzt das Interim Management an. Doch obwohl das Modell längst etabliert ist, halten sich hartnäckige Mythen: Ist das nicht zu teuer? Ist das nur etwas für brennende Hütten? Sind das lediglich hochbezahlte Lückenfüller?


Die Antwort ist ein klares Nein. Interim Management ist keine Notlösung, sondern eine strategische Antwort auf Unsicherheit.


Was Interim Management wirklich bedeutet


Ein Interim Manager ist weit mehr als ein externer Berater. Während Berater oft Konzepte erstellen und Empfehlungen aussprechen, ohne für deren Erfolg direkt geradezustehen, ist der Interim Manager eine operative Umsetzungskraft.


Wir sprechen hier von erfahrenen Führungspersönlichkeiten, die für einen fest definierten Zeitraum in die Organisation eintreten. Sie übernehmen Mandate mit klaren Zielen, voller Verantwortung und echtem Ergebnisdruck. Ob es um Restrukturierungen, Post-Merger-Integrationen, den Aufbau neuer Geschäftsbereiche oder die Beschleunigung von Digitalisierungsvorhaben geht: Interim bedeutet Sofortstart ohne Schonfrist.


Fünf Gründe, warum Interim-Denken gerade jetzt gewinnt


In einer Zeit, in der Nachbesetzungen oft Monate dauern und der Fachkräftemangel die strategische Handlungsfähigkeit lähmt, bietet Interim Management entscheidende Vorteile:

  1. Geschwindigkeit: Wo ein Recruiting-Prozess Monate frisst, ist ein Interim Manager oft innerhalb weniger Tage einsatzbereit. Zeit ist in der Transformation das kritischste Gut.

  2. Seniorität ohne Lernkurve: Diese Experten kommen nicht, um zu lernen, sondern um umzusetzen. Sie haben Krisen und Transformationen bereits mehrfach durchlebt und bringen diese Ruhe und Erfahrung sofort ins Team.

  3. Der objektive Blick: Als Externe sind Interim Manager nicht Teil der internen Historie oder politischer Dynamiken. Diese Unabhängigkeit erlaubt eine Klarheit in der Analyse und Konsequenz in der Umsetzung, die internen Kräften oft schwerfällt.

  4. Absolute Zielorientierung: Da das Mandat befristet ist, entfällt das Schielen auf die nächste Karrierestufe im Haus. Der Fokus liegt zu 100 % auf dem vereinbarten Ergebnis.

  5. Flexibilität statt Bindung: In unsicheren Zeiten ist eine Ressource mit klarer Laufzeit und transparenten Kosten ein Sicherheitsfaktor, kein Risiko.


Das Geheimnis der Interim-Ausschreibung: Ein Plädoyer für mehr Ehrlichkeit


Ein besonders spannender Aspekt ist die Art und Weise, wie Interim-Positionen ausgeschrieben werden. Vergleicht man sie mit klassischen Stellenanzeigen für Festanstellungen, fällt auf: Interim-Ausschreibungen sind oft ehrlicher, präziser und messbarer.

Während Fixpositionen oft in „Wunschlisten“ ausarten – man sucht die empathische „Eierlegende Wollmilchsau“, die alles ein bisschen kann, um niemanden abzuschrecken –, zwingt Interim zur Präzision. Da heißt es nicht: „Wir suchen Teamgeist und Hands-on-Mentalität“, sondern: „Sie leiten das Projekt XY, führen 20 Mitarbeitende und verantworten das Budget Z bis zum Stichtag.“

Interim braucht Passgenauigkeit statt Potenzial. Es geht nicht um die Entwicklung eines Mitarbeiters über fünf Jahre, sondern um die unmittelbare Wirkung ab Tag eins.


Was Organisationen vom Interim-Modell lernen können


Diese Präzision würde auch vielen Festanstellungen guttun. Wenn Unternehmen sich vor jeder Suche fragen würden:

  • Welche konkreten Ergebnisse erwarten wir im ersten Jahr?  Welche Verantwortung ist real gemeint?  Welche Herausforderungen verschweigen wir im Recruiting-Prozess vielleicht?

...dann würden bessere Entscheidungen getroffen. Interim Management ist somit kein reines Kriseninstrument. Es ist ein strategischer Beschleuniger für Innovationen, ein Werkzeug zum Know-how-Transfer und ein Begleiter für gesundes Wachstum.


Fazit: Eine Ergänzung im Werkzeugkoffer der Führung


Interim Management steht für Klarheit und Ergebnisfokus. Es ist keine Konkurrenz zur klassischen Anstellung, sondern eine notwendige Ergr langfristigen Hoffnungen beiseite wischt. Die Frage ist also nicht, ob Interim Management „besser“ ist – sondern wann es die richtige Lösung ist, um Ihrem Unternehmen die nötige Präzision und Geschwindigkeit zurückzugeben.


Ich bei einer Präsentation

Gute Besetzungen beginnen mit Klarheit.

Interim zeigt oft schonungslos, was wirklich gebraucht wird.Diese Präzision lohnt sich auch für Fixpositionen.



Wenn Du Deine aktuelle Ausschreibung schärfen willst, lass uns gemeinsam draufschauen. Melde dich gerne unter: juritsch@feman.at



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