top of page

Im Dezember kündigt niemand. Aber viele entscheiden.

  • Autorenbild: Monika Juritsch
    Monika Juritsch
  • 16. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Im Dezember kündigt niemand. Aber viele entscheiden.


Wenn es still wird, wird's ernst


Dezember ist ein besonderer Monat. Im Büro wird es ruhiger. Die Mails werden kürzer. Die Kalender luftiger. Plötzlich bleibt Zeit zum Nachdenken.


Und genau das ist gefährlich. Im besten Sinn. Denn wer denkt, stellt Fragen:


Wie war dieses Jahr eigentlich? Was habe ich gelernt? Warum war ich so oft müde, obwohl ich meinen Job gut mache?


Solche Gedanken kommen nicht im Sprint. Sie kommen, wenn der Druck nachlässt. Zwischen Keksen, Jahresrückblicken und Meetings mit halbleerer Agenda. In diesen ruhigen Momenten kann aus einer kleinen Frage eine grosse Erkenntnis werden.


Im Dezember kündigt niemand. Aber viele entscheiden. Still, innerlich, manchmal unbewusst. Und das ist der Beginn von Bewegung.


Der Moment der Stille


Ich erlebe es jedes Jahr. Die Gespräche werden anders. Es ist, als ob die Oberfläche des Alltags langsam zur Seite rutscht und echte Themen sichtbar werden.


Weniger Titel. Weniger Gehalt. Mehr Sinn. Mehr Entwicklung. Mehr die Frage: Will ich das wirklich noch?


Manche sprechen es aus. Viele nur zwischen den Zeilen. Dann hört man Sätze wie: „Eigentlich passt eh alles.“ Oder: „Es ist eh okay.“


Und genau da weiß man: Okay heißt selten gut. Es ist das diplomatische Pflaster auf einem inneren Zweifel.


Weihnachtsruhe macht ehrlich


Der Dezember ist gnadenlos ehrlich. Er verzeiht kein Schönreden. Die festliche Ruhe legt sich wie ein Filter auf den Alltag. Und alles, was sonst untergeht, kommt ans Licht.


Was das Jahr übertönt hat, steht jetzt plötzlich nackt im Raum:


  • Die Führung, die nicht trägt

  • Die Entwicklung, die stillsteht

  • Die Freude, die gegangen ist

  • Die Rolle, die nicht mehr passt

  • Die Werte, die sich verschoben haben


Und nein, das ist kein Drama. Das ist menschlich. Es ist ehrlich. Und diese Ehrlichkeit tut weh – aber sie klärt.


Veränderung beginnt selten mit Knall. Sie beginnt mit einem Gedanken. Und der hat im Dezember erstaunlich viel Platz. Zwischen den Tagen. Zwischen den Gedanken. Zwischen den Jahren.


Ein Blick aus der Recruiterinnen-Sicht


Während viele in den Weihnachtsmodus schalten, wird es bei mir ruhig intensiv.


Nicht hektisch. Nicht laut. Aber tief.


Ich höre zu. Ich frage wenig. Und bekomme erstaunlich ehrliche Antworten.


Nicht, weil ich so gute Fragen stelle. Sondern weil der Moment stimmt.


Ich spreche mit Menschen, die zum ersten Mal laut aussprechen, was sie schon lange spüren. Die merken: Ich bin nicht mehr dort, wo ich mal war. Oder: Ich habe mich entwickelt, aber mein Job nicht.


Der Dezember zwingt niemanden zur Entscheidung. Aber er bringt sie an die Oberfläche. Und wer hinhört, erkennt oft viel mehr als nur Unzufriedenheit. Nämlich: Bereitschaft.


Ein Perspektivwechsel für Unternehmen


Vielleicht lohnt es sich, den Dezember nicht nur als Abschluss zu sehen. Sondern als Spiegel.


  • Was erzählen neue Mitarbeitende wirklich nach ein paar Monaten?

  • Wie fühlt sich Führung gerade an?

  • Was würden Leistungsträger sagen, wenn man sie ehrlich fragen würde?


Nicht im Mitarbeitergespräch. Sondern beim Kaffee. Beim Spaziergang. Oder beim gemeinsamen Blick zur Weihnachtsdeko im Flur.


Gerade jetzt, wenn die Geschwindigkeit raus ist, kann Beziehung wachsen. Vertrauen. Und der Mut, Dinge beim Namen zu nennen.


Führung heisst oft, den richtigen Moment zu erkennen. Und ihn nicht zu verpassen.


Zum Schluss


Der Jänner startet nur, was im Dezember entschieden wurde. Nicht weil der Jänner so stark ist. Sondern weil der Dezember so ehrlich ist.


Vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment, zuzuhören. Ohne sofort etwas zu verändern.


Manchmal reicht Wahrnehmen. Und manchmal ist das der Anfang von allem.


Denn Veränderung braucht keinen lauten Start. Nur einen echten Gedanken zur richtigen Zeit. Und der Dezember ist voller davon.


Was du jetzt tun kannst

Wenn du merkst, dass etwas in Bewegung geraten ist: Sprich darüber. Mit jemandem, der zuhört. Vielleicht mit deiner Führungskraft. Vielleicht mit jemandem aus dem Team. Vielleicht mit mir.


Du willst wissen, wie es beruflich weitergehen kann? Ich bin da. Nicht mit schnellen Lösungen, sondern mit offenen Ohren.


Frau pustet Schnee aus ihren Händen

Jetzt ist der Moment. Lass uns reden.

Schreib mir gerne unter: juritsch@feman.at


 
 
 

Kommentare


bottom of page