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Resilienz beginnt nicht im Krisenmodus

  • Autorenbild: Monika Juritsch
    Monika Juritsch
  • 12. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit

Es ist Jänner. Das Jahr ist frisch. Die Erwartungen sind es nicht.

In vielen Unternehmen fühlt sich der Start ins Jahr nicht wie Aufbruch an. Sondern wie Fortsetzung auf höherem Niveau. Mehr Druck. Mehr Tempo. Mehr Verantwortung.


Ich sitze oft in Gesprächen mit HR Verantwortlichen. Mit CEOs. Mit Führungskräften auf allen Ebenen.

Was sie sagen, klingt oft ähnlich. Wir müssen liefern. Wir dürfen nicht nachlassen. Jetzt erst recht.

Was sie nicht sagen, ist fast immer dasselbe. Ich bin müde.


Nicht körperlich müde. Innerlich.


Resilienz taucht in diesen Gesprächen früher oder später auf.

Als Begriff. Als Wunsch. Als Hoffnung.


Wir müssten unsere Leute resilienter machen. Führungskräfte stärken. Teams robuster aufstellen.

Das klingt gut. Und es greift zu kurz.

Denn Resilienz beginnt nicht dort, wo es laut wird. Nicht im Krisenworkshop. Nicht im Notfallplan. Nicht im nächsten Programm.


Resilienz beginnt viel früher. Und viel leiser.


Der große Irrtum rund um Resilienz


In vielen Köpfen ist Resilienz gleichbedeutend mit Durchhalten. Mit Aushalten. Mit Funktionieren trotz allem.


  • Wer resilient ist, kippt nicht um.

  • Wer resilient ist, bleibt leistungsfähig.

  • Wer resilient ist, hält Druck aus.


Das ist kein Zeichen von Stärke. Das ist ein Missverständnis.

Resilienz ist keine Rüstung. Sie schützt nicht vor Belastung. Sie verhindert keine schwierigen Phasen.

Resilienz ist die Fähigkeit, sich selbst nicht zu verlieren,während es anstrengend wird.


Und genau das passiert in vielen Organisationen gerade. Langsam. Unauffällig. Dauerhaft.

Menschen verlieren den Kontakt zu sich selbst. Zu ihren Grenzen. Zu ihrem inneren Kompass.

Nicht aus Gleichgültigkeit. Sondern aus Pflichtgefühl.


Führung zwischen Verantwortung und Selbstverlust


Führungskräfte tragen viel. Entscheidungen. Konflikte. Erwartungen von oben. Bedürfnisse von unten. Viele von ihnen sind angetreten, um zu gestalten. Um etwas zu bewegen. Um Verantwortung zu übernehmen.


Und irgendwann merken sie: Ich reagiere nur noch.


Meetings folgen auf Meetings. Themen stapeln sich. Pausen werden verschoben. Gedanken weggeschoben.


Nicht jetzt. Später.


Das Problem ist nicht mangelnde Kompetenz. Das Problem ist Dauerbelastung ohne Reflexion.

Resilienz scheitert selten an fehlenden Tools. Sie scheitert an fehlendem Innehalten.


Warum gerade der Jänner entscheidend ist


Der Jänner ist kein neutraler Monat. Er ist emotional aufgeladen.

  • Neues Jahr.

  • Neue Ziele.

  • Neue Erwartungen.


Viele nehmen sich vor, es diesmal besser zu machen. Strukturierter. Gesünder. Bewusster.

Und landen doch wieder im gleichen Muster.


Warum?

  • Weil Tempo belohnt wird. Nicht Klarheit.

  • Weil Funktionieren sichtbar ist. Grenzen nicht.

  • Weil niemand fragt, wie es wirklich geht. Auch man selbst nicht.


Resilienz im Jänner heißt nicht, langsamer zu werden. Sie heißt, ehrlicher zu werden.


Was gut gemeint und schlecht gemacht wird


Viele Unternehmen investieren in Resilienzprogramme. Achtsamkeitstrainings. Workshops. Impulse.

Das ist nicht falsch. Aber oft wirkungslos.


Warum?

Weil die Rahmenbedingungen unverändert bleiben. Weil Erwartungen gleich hoch bleiben. Weil Führung weiter überlastet ist.


Resilienz lässt sich nicht aufsetzen. Sie wächst aus Haltung.

Wenn Führungskräfte keine Pausen machen dürfen.Wenn Erschöpfung tabu ist.Wenn Schwäche sanktioniert wird.


Dann wird jedes Resilienzprogramm zur Farce.

Menschen spüren das. Sehr genau.


Die leisen Warnsignale


Resilienz geht selten plötzlich verloren. Sie bröckelt.

Anzeichen gibt es genug.


Zynismus. Innere Distanz. Gereiztheit. Rückzug.


Nicht immer laut. Oft subtil.

Führungskräfte merken, dass sie weniger zuhören. Schneller urteilen. Ungeduldiger werden.

Teams spüren, dass Gespräche oberflächlicher werden. Dass Themen nicht mehr angesprochen werden.


Das ist kein Charakterproblem. Das ist ein Systemproblem.


Resilienz als Führungsaufgabe


Resilienz ist keine individuelle Privatangelegenheit. Sie ist Teil von Führung. Und Teil von Kultur.


Führungskräfte prägen durch ihr Verhalten, was erlaubt ist. Was sagbar ist. Was Platz hat.

Wenn Führung immer verfügbar ist. Immer stark. Immer belastbar. Dann lernen Teams genau das.

Und verlieren sich dabei.


Resiliente Führung beginnt nicht mit Antworten. Sondern mit Fragen.


Wie geht es mir gerade wirklich? Was treibt mich an? Wo überschreite ich meine Grenzen?

Das klingt einfach. Ist es nicht.


Warum viele diese Fragen vermeiden


Weil sie unbequem sind. Weil sie Konsequenzen haben. Wer ehrlich hinschaut, kann nicht einfach weitermachen wie bisher. Resilienz fordert Entscheidungen. Kleine unnd große.

Nein sagen. Prioritäten ändern. Gespräche führen. Das kostet Mut.


Und genau deshalb wird Resilienz oft delegiert. An Programme. An HR. An externe Angebote.

Aber Resilienz lässt sich nicht auslagern.


Die Rolle von HR und Geschäftsführung


HR sitzt oft zwischen den Stühlen. Sie sehen, was passiert. Sie hören, was gesagt wird. Und was nicht. Sie spüren, wenn etwas kippt. Noch bevor Zahlen es zeigen.


Geschäftsführungen wiederum tragen die Gesamtverantwortung. Für Ergebnisse. Für Menschen. Für Kultur.


Resilienz entsteht dort, wo beide Seiten hinschauen. Gemeinsam. Nicht als Projekt. Sondern als Haltung.


Resilienz ist kein Kuschelthema


Resilienz bedeutet nicht, dass alles weich wird. Im Gegenteil.


Sie schafft Klarheit. Entscheidungsfähigkeit. Standfestigkeit.

Resiliente Führungskräfte treffen bessere Entscheidungen. Weil sie sich selbst kennen. Weil sie ihre Grenzen respektieren. Das wirkt sich aus. Auf Teams. Auf Zusammenarbeit. Auf Ergebnisse.


Der erste Schritt ist kein Programm


Der erste Schritt ist Stille. Ein ehrlicher Moment. Ohne Ablenkung.


Wie geht es mir gerade?

Was ignoriere ich?

Was trage ich mit mir herum?


Das braucht keinen Workshop. Nur Bereitschaft.


Und genau hier beginnt Resilienz.

Nicht sichtbar. Nicht messbar. Aber spürbar.


Warum dieser Blogbeitrag keine Lösungen liefert


Weil Resilienz nicht standardisiert werden kann. Weil jeder Mensch anders belastet ist. Weil jede Organisation anders tickt. Dieser Blogbeitrag soll keinen Haken setzen. Sondern einen Raum öffnen: Für Reflexion. Für Ehrlichkeit. Für einen anderen Blick.


Ein leiser Übergang


Wenn Du bis hier gelesen hast, dann ist da wahrscheinlich etwas in Resonanz gegangen. Vielleicht ein Gedanke. Vielleicht ein Unbehagen. Vielleicht Klarheit.


Im Newsletter (Jännerausgabe) gehe ich einen Schritt weiter. Persönlicher. Näher.


Mit einem Mini Workbook. Nicht zum Konsumieren. Sondern zum Arbeiten. Ganz in Deinem Tempo.


Und vielleicht ist genau das der wichtigste Schritt in diesem Jahr.


Ich - mit breiten Grinsen
Lachen ist gesund.

Und wenn du weiter an diesem Thema arbeiten willst, meld dich gern bei mir. Ich bin neugierig auf deinen nächsten Schritt.


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